Das Sammeln und Verarbeiten von Wildkräutern

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Es macht einfach unglaublich viel Spaß mit einem Korb voller „Beute“ nach Hause zu kommen. Was man beim Sammeln und verarbeiten beachten sollte erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Sammeln von Kräutern und Heilpflanzen galt bei Urvölkern, deren Lebensgewohnheiten eng mit der Natur verbunden waren, als hohe Kunst. Es erforderte Rituale, Zaubersprüche, vorbereitende Übungen, Beschwörungen und natürlich Regeln.

Ich würde vorschlagen, dass wir uns erst einmal nur mit den Regeln befassen 😉

Noch im 19. Jahrhundert war es der Brauch eine Pflanze anzusprechen bevor man sie erntete. Das ist zwar nicht unbedingt nötig aber dennoch sollte man sich gegenüber der Natur immer respektvoll verhalten.

Bitte nur so viel wie tatsächlich benötigt wird

Gerade am Angang ist die Euphorie oft so groß, dass man Säcke weise die neu gelernten Pflanzen sammeln möchte. Dennoch sollte man bedenken, dass es sehr viel Arbeit ist eine große Menge zu verarbeiten. Zudem sollte es angestrebt werden, hauptsächlich frische Pflanzen zu verarbeiten, weil diese den höchsten Nährstoffgehalt habe. Tagelange Lagerung im Kühlschrank ist also nicht unbedingt sinnvoll. Da wir Hundebesitzer eh täglich mit unseren Fellnasen unterwegs sind, können also täglich kleine Mengen gesammelt werden, die direkt frisch in die Mägen von uns und unseren Hunden wandern.

Tipp: Auch Tees lassen sich hervorragend aus frischen Kräutern zubereiten. Frischpflanzen werten das Getränk ungemein auf!

Ein weiterer wichtiger Punkt – Bitte nur dort sammeln wo die Pflanzen ausreichend wachsen und niemals seltene Arten sammeln! Als Faustregel kann man sagen, dass man eine Bestand maximal halbieren sollte

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Sorgfältig sammeln

Schon beim Sammeln sollte sauber und richtig verlesen werden. So vermeidet man, dass sich andere Pflanzen (u.U. sogar giftige!) und Dreck einschleichen. Dies erspart einem später viel Arbeit. Wenn alles frisch ist, lässt sich außerdem das Sammelgut am besten beurteilen.

Es ist sehr wichtig nur Pflanzen zu sammeln, die man auch sicher bestimmen kann!

Für unterwegs eignet sich ein Weidekorb oder ein Leinbeutel sowie ein Messer oder eine Schere, so kann die Wurzel samt Dreck in der Erde bleiben.

Gerade wenn wir ausschließlich für unsere Hunde sammeln und das Sammelgut anschließend im Mixer Verarbeiten ist es wichtig vorher selbst zu probieren. Manchmal führen Umwelt- und sonstige Einflüsse dazu, dass die Pflanzen belastet sind, was sich auch eindeutig im Geschmack bemerkbar macht. Da wir unsere Hunde ja nicht fragen können ob es ihnen schmeckt, liegt das sorgfältige Sammeln und somit auch die Gesundheit unserer Lieblinge  in unserer Verantwortung! Wer selbst probiert entwickelt schnell ein Gefühl dafür wie viel von einer Pflanze der eigene Körper „verlangt“. Unser Körper hat nämlich einen eingebauten Regulierungsmechanismus. Er verlangt durch Gelüste bestimmte Lebensmittel und entwickelt einen Ekel gegen Stoffe die wir gerade nicht brauchen. Das ist eine super wichtige Übung um sich selbst für seine Nahrung zu sensibilisieren. Auch im Alltag werden wir so schneller merken, welches Essen gut für uns ist und welches eher weniger.

Sammle nur an geeigneten Stellen

Zunehmende Landwirtschaft und viele Hunde auf engen Raum machen einem das Sammeln nicht immer leicht. Aber unsere Hunde finden es sicher spannend, wenn wir die gewohnten Wege manchmal verlassen 😉 um geeignete Stellen zum Sammeln zu finden. Hierzu zählen z.B. Waldränder mit anschließenden Wiesen wo wenig bis gar nicht gedüngt wird. Auch die Umgebung von sauberen fließenden Bach- und Flussläufen eigene sich hervorragen auf Grund des nährstoffreichen Bodens. Manchmal genügt es aber auch schon ein Stück in die Wiese hinein zu laufen um fündig zu werden.

Gemieden werden sollten Feldränder, Feldwege, an stehenden Gewässern, Waldränder wo offensichtlich Wildschweine zu Gange waren und natürlich direkt an den so genannten „Pipi-Meilen“. Wer Angst vor Hundeurin hat, kann unter Sträuchern und an leichten Hängen bevorzugt sammeln, da sich dort die Hunde nicht entleeren.

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Wann ist der richtige Zeitpunkt

Je nachdem was man sammeln möchte, sollte man den Zeitpunkt beachten.

Kräuter werden grundsätzlich dann gesammelt, wenn die einzusetzenden Pflanzenteile am stärksten sind!

  • Blüten: wenn es sonnig ist und die Blüte in ihrer vollen Kraft erscheint
  • Blätter: bevor die Blüten austreiben
  • Ausnahme sind Kräuter, bei denen das ganze Kraut verwendet wird
  • Wurzeln: bevor die Pflanze ins Wachstum geht am besten wenn es bereits 1-2x Frost gegeben hat und die oberirdischen Teile abgestorben sind  Spätherbst, Frühwinter, Frühjahr bevor sie neu austreibt

Die Verarbeitung von Wildkräutern

Zuhause angekommen, kann die „Beute“ verarbeitet werden. Wurde sauber und sorgfältig geerntet, hat man weniger Arbeit. Es gilt natürlich je frischer desto besser. Getrocknet sollte nur im Notfall werden. Bestimmte Kräuter eignen sich z.B. als Wintervorrat für Tees oder Trockenkräuter. Beim Trocknen sollte auf die Temperatur geachtet werden. Hitze zerstört unnötig Vitalstoffe. Ein Dehydrator ist hierfür optimal geeignet, da  man die Geräte auf niederer Themeratur einstellen lässt und es uns so ermöglicht in Rohkostqualität zu Trocknen.  Eine weitere Idee zur Haltbarmachung sind „Pestos“. Hierfür wird die frische Pflanze mit einem hochwertigen Öl haltbar gemacht. Pestos sind sehr ergiebig und schon ein kleiner Vorrat genügt um über den Winter immer Zugriff auf Wildpflanzen zu haben.

Rezeptidee: Hunde-Pesto

Beim Pesto sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Weniger ist oftmals mehr! Kräuter wie Brennnessel, Löwenzahn, Wegerich, Giersch, Süßgräser etc. eignen sich gut für Pestos aber auch Baumblätter wie z.B. die der Linde. Das Öl sollte auf jeden Fall hochwertig sein um den Organismus nicht zu belasten! Eine gute Haltbarkeit besitzen z.B. Weizenkeimöl und Olivenöl.

Als Basisrezept:

100g Wild-/Küchenkräuter

100 ml ÖL

1 Pr. Ursalz

1 El Nüsse/Samen (optional, verringert jedoch die Haltbarkeit!)

Tipp: Möchte man Nüsse ins Winter-Pesto geben, können diese vorher über Nacht in Wasser eingelegt werden. Ähnlich wie bei Keimlingen werden so die Lebenskräfte geweckt und Antinährstoffe ausgeschwemmt. Sie sollten allerding genau wie die Kräuter auch, nur in Trockenem Zustand mit Öl verarbeitet werden!

Wer sich schon ein bisschen mit Kräutern und deren Wirkung auskennt kann Themen Pestos machen wie z. B. unterstützend zur Entgiftung oder Mineralstoffbooster etc.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Ihre Kerstin vom komPETenz Team

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